Dienstag, 15. Mai 2007

Wer weiß

was man da macht ohne Langzeitpaartherapie der möge sich melden.
Nein, um Sex geht es hier nicht, es ist rätselhaft banal. Vermutlich ein musikalisches Problem, ein Problem der Rhythmen oder so.
Ich neige zu kleinen Gereiztheiten. (Die großen hat er mir ja schon abgewöhnt.) Etwa wenn ich müde und hungrig bin und noch einkaufen war und nun mit verschiedenen Zutaten und einem neuen Rezept in der Küche stehe und er sich wortlos hinter den Computer verzogen hat, dann fauche ich mal kurz und kräftig. Oder: Wenn wir zusammen auf einer Veranstaltung waren, wo nur "seine Leute" waren und danach tauschen wir unsere Eindrücke aus und er redet und redet und unterbricht mich drei Mal hintereinander. Ich fauche, kurz und kräftig. gereizt. Das kommt von null auf nachher - und er ist auch ein wenig eigenbrötlerisch und merkt zuvor nicht allzu viel. Und ehrlich gesagt: Alles bananenbanal.
Dann, der zweite Akt. Ich merke, er wird steif, er wird stumm. Wenn die Möglichkeit besteht, geht er in sein Zimmer. Setzt sich in den Sessel, legt sich aufs Sofa. Schweigt, schmollt. Er faucht nämlich nicht zurück. Schon gar nicht sagt er: Bleib cool Baby, bist du müde? Oh nein, er ist zu Tode getroffen.
Das bringt jeden Rhythmus durcheinander. Wir wollten Abendessen, wir wollten weiterdiskutieren, vielleicht noch beim Spanier. Aber jetzt geht nichts mehr. Er spielt toter Mann. Ich habe ihn ungerecht behandelt! Er hat seine Gründe!
Dann habe ich gute Chancen richtig wütend zu werden. Ich beginne meine Empörung über ihn, die zunächst nur ein kleiner Momentfaucher war, stürmisch zu begründen, ich will mich nicht abstrafen lassen. Er strukturiert ab jetzt mit seinem Beleidigtsein die ganze Situation. Das kann nämlich Stunden dauern, wenn ich wütend nachkarte: Tage!
Kurz und gut: Wir haben keine Spargelcarbonara gegessen. Er ist aus dem Haus gestürmt (soll er doch). Ich habe mir ein Spargelpäckchen mit Parmesan und Schinken gemacht - und lecker! alleine gegessen.
Es ist kein Drama, es ist eher langweilig. Wir verlieren viel sinnvolle Zeit. Wie anders?

Und bei gleicher Gelegenheit

(einem Vortrag am Abend) bekam ich unwahrscheinliche Sehnsucht nach Bologna.

Kopftuch

Lange Zeit habe ich mich nie gefragt, wie sie sich fühlen, die Frauen mit den Kopftüchern.
In der bunten Straße läuft eine vor mir, leger gekleidet, modisch aber nicht auffällig, zwei Kinder, eins im Wagen, eins an der Hand. Die Frau ist jung, ganz vermutlich Türkin, ihr Kopftuch im Tigermuster, passend zu den Farben der Bluse, die unterm Jeansjäckchen raushängt.
In meinen Augen, das ist nun mal so, ist das Kopftuch wie ein Stempel, es rückt sie in eine andere Welt.
Macht es Sinn für diese junge Frau, so eindeutig einer ganz bestimmten community zuzugehören? Beschützt es sie gar vor irgendetwas? Bekommt sie nicht auch ständig zu spüren, dass sie für alle, die kein solches Koptuch tragen, in einer Schublade verschwindet?

Ich komme mir schrecklich naiv und unwissend vor, plötzlich. Denn ich habe keine Ahnung.
In meinem näheren und weiteren Bekanntenkreis gibt es keine Koptuchträgerinnen.

(Ab und zu sehe ich jetzt auch eindeutig deutschstämmige junge Frauen, die offensichtlich übergetreten sind und nun sich mit entsprechender Kopfumhüllung ausstatten. Da jedoch stelle ich mir Mittelstandstöchter vor, die mal was ganz Außergewöhnliches machen wollen. Irgendwie stelle ich mir auch vor, dass das nicht ewig so bleibt. Aber was weiß denn ich?)

Scham

entsteht, wenn Größenphantasien zusammen brechen. Lernte ich am gestrigen Abend.
So einfach ist das.
Eine simple Theorie, deren Erklärungswert im Leben hoch ist.
(Und es in der Tat schwierig erscheinen lässt, M. aus der Reserve zu locken.)

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