Rot ist der Wein, den ich trinke.
Ich will nichts vergessen und nichts vermessen.
Ich schwebe kurz.
Es ist so wunderlich manches diersertage.
Der Winter kommt, glaube ich, dieses Jahr schnell.
Rot ist der Wein.
Ich suche Billigflüge nach Südfrankreich.
wasserfrau - 18. Okt, 21:35
Ich kleide mich gewohnheitsmäßig in schwarz und grau und weiß, Orangetöne dazu, phasenweise grün. Blau ist eine Farbe, die in meinem Kleiderschrank fast nicht vorkommt.
Gewohnheitsmäßig schätzen mich die Mitmenschen älter als ich bin. Da ich mit dreißig ein fertiges Studium, eine 10jährige Tochter und einen vollen job hatte - wundert mich das nicht, da ich mit 36 alleinerziehend (richtig: jetzt mit vollpubertierender Tochter) war und zwei jobs hatte, wundert mich das nicht. Jetzt habe ich eine ganz und gar erwachsene Tochter und einen älteren Mann - und ich werde älter geschätzt. So jedenfalls meine Trostanalyse zuweilen. Dummerweise schätzen mich auch Menschen älter, die über meine Biografie nichts wissen, mag die Biografie also Spuren hinterlassen haben, zu dumm. (Nur der nette, reichlich junge Charmeur kürzlich, der eindeutig flirtete und mich fragte, ob das große Kind meine Schwester sei, was wohl Kalkül war, aber immerhin... machte etwas gut.)
Und dann: merke ich im Abstand von einiger Zeit, dass plötzlich Menschen sagen: Du siehst ja heute so viel jünger aus. Was ist passiert? Und da hatte ich beide Male ausnahmsweise ein grundtönig blaues Oberteil an, eher, weil nichts anderes frei war. Blau ist mir ja so ganz fremd!
Jetzt muss ich über mein Farbstyling noch mal nachdenken. Die heikle Frage, ob jung aussehen und attraktiv aussehen überhaupt das Gleiche ist, die steht dann natürlich auch im Raum... Je älter man wird, umso eher kommt´s einem ja so vor.
wasserfrau - 18. Okt, 11:09
Virus und Bakterius mit all ihren Cousins und Cousinen halten Hofstaat in unserer Wohnung. Ausgangspunkt und Heimstatt ist der mitleiderregende Mann, der auf dem Sofa liegt. Und während ich beim ersten Schnüpfeln noch wenig Zusammenhang mit meiner Person wahrnahm, liegt nun das quälerische Ungetier förmlich in der Luft.
Heißt das, dass ich morgen genauso ausgeknockt bin? Ach: Bitte nicht!
Zu den Besonderheiten meines immer noch mehr freien als beruflichen Lebens, gehört es, dass im Ernst auf dem Herd eine echte Rinderkraftbrühe köchelt: Markknochen, Ochsenschwanz, Beinscheiben und jede Menge Grünes oben drauf, zieht sich in eine Suppe, auf der die Fettaugen prangen - und die den müdesten Mann munter machen soll.
Und ganz mütterlich versuche ich mit petit eclairs und anderen Annehmlichkeiten den Leidenden zu betrösten.
Gleichwohl: Ein Ritual. Sollte mich alsbald die Narrengesellschaft aus dem Mikrotierreich heimgesucht haben, dann finde ich das gar nicht spaßig.Vor dem Einschlafen muss ich irgendwie noch ein eindringliches Wörtchen mit meinen Abwehrkräften reden. Sonst lassen die sich einfach überrennen. Nein, bitte nicht!
wasserfrau - 15. Okt, 22:20
Was ich täte, wen ich es täte…
Eine Buchhandlung eröffnen, die sich zwei Themen ganz hauptsächlich widmet: Kochen und Reisen.. Die ja, spätestens auf den zweiten Blick auch eng verwandt sind. Drittens mit dem Lesen. Blättern. Anschauen. Das ist auch Reisen. Vorher. Nachher. Fernweh, Genie und Genuss.
Ein paar Standardwerke sind immer da, dann Spezielles, Schönes. Thematische Events. Kleine und große Veranstaltungen, mit Köchen und Reisenden und SchriftstellerInen.
Was ja irgendwie viele sind, die Großen wie die „Kleinen“.
Ein kleines Café dazu zum Verweilen.
Genie und Genuss. Besser noch: Neugier & Genuss.
wasserfrau - 14. Okt, 22:29
wasserfrau - 13. Okt, 16:03
erlebt man a) auf der Reise (und dort vermutlich in b) ganz bestimmten Momenten, in denen man es er-lebt). Und c) wenn man wieder nach Hause kommt.
Wenn man wieder nach Hause kommt... Und alles Zuhause ein ganz klein wenig, aber dies dann sehr intensiv fremd ist. Wie neu. Wunderbar.
Das Reisen mag beschwerlich sein, unfreiwillig, zu kurz, zu lang das Unfreiwillige - und ein paar mal hab ich mich auf diesem hektischen Parcours gefragt: Ja, bringt´s das denn.
Tut es.
Wieviel Neues ist da in einem, plötzlich. Bunte Mosaiksteinchen kullern durch die Seele.
Und wie neu schaut man den gewohnten Hausflur an. Und mag ihn. Könnte die Conny-Nachbarin schier umarmen, wenn sie einem da plötzlich entgegenkommt. Und diese ganze Hausgemeinschaft hier, die mag ich sehr.
wasserfrau - 12. Okt, 21:57
Es war schön. Bilder später.
Manchmal auch beschwerlich.
Dann sehr beschwerlich. Riesenautopanne auf der Rückfahrt. Neigung zur anständigen Hysterie bei mir festgestellt. Panik. Festgestellt, dass Panik nichts ist als Trotz gegen echte Störungen.
Katastrophe dennoch eingekehrt: Eineinhalb Tage auf Authof südlich Münchens verbracht. Plötzlich ganz ruhig. Nette Bayern kennengelernt. ADAC schätzen gelernt. 500 Euro gelatzt, die ich auch hätte im Stadtwald an die Bäume nageln können.
Zuhause klingelt pausenlos das Telefon. Ich fühle mich begrüßt! gewollt!
Ach ja und... Reisen ist wunderbar. Italien ist .... ach. (Das hatte ich schon fast vergessen...) Kaum bin ich Zuhause, wollen mir Leute Aufträge geben. Die brauche ich auch, denn ich muss den Trip zum Weintrinken in Südfrankreich checken.
wasserfrau - 10. Okt, 20:37
Ich habe tagelang nichts gebloggt. Ich werde tagelang nichts bloggen.
Die letzten Wochen: Ein neues Projekt. Theater, Theater. Vielleicht nicht wenig Schlaf, aber häufig aus dem Rythmus. Manchmal unterzuckert nach vielen Stunden über ein Schnitzel her gefallen.
Geliebt, gelebt, gelacht, gezickt.
Morgen fahren wir nach Italien. Triest. Ich bin so übermüdet, dass ich etwas Panik vor den 900 Kilometern habe. Ich freue mich gleichwohl. Das Meer, die Fische, die Literatur, die Küsse. So soll es sein.
Dann wieder Theater.
wasserfrau - 30. Sep, 22:10
Eben sitze ich in einer kleinen Kneipe, werfe 20 Euro auf den Tisch, und sage Ich geh. Ich gehe, ich muss noch was aufschreiben. Und werfe dieses Geld. Ich erwarte Protest, der mich anstrengen würde, Argumentationsprotest. Der kommt nicht – und ich gehe.
Ich gehe. Ich bin betrunken, und wer weiß ob ich wirklich heute noch allzu viel schreiben kann. Ich weiß es keineswegs, während ich mit meinen flachen Schuhen suche den Gehwegspalt zu treffen und meine Trunkenheit registriere. Ich gehe, mit einem vermutlich kleinen Vorsprung, nach Hause. Und zwanzig Euro moralischen Vorsprung. Dem schwankenden Nachteil der Trunkenheit.
Ich gehe, weil mir mitten in diesem Gespräch der Gedanke kam: Ich muss. Ich wollte mal. Kann ich noch? An irgendeiner Stelle dieses Gesprächs.
Da fiel es mir ein. Mein halbes Leben: fest gebunden. Wenn ich nur gehen könnte. Fortrennen wollte ich immer und konnte nicht – da ist das Wollen natürlich leicht – und dann ein gewisser Versuch: gen Osten.
Und auf einmal, in dieser Kneipe sitzend, fiel mir auf: Dass ich gebunden bin über jedes bekannte Maß hinaus - und schmerze, an Stellen, gewissen, deswegen. Und das Laufen verdammt verlernt habe. War ja klar, dass ich dann loslief und neu gehen lernen wollte.
Und ich stand auf und ging.
wasserfrau - 24. Sep, 23:18